Hamster

Panikmache oder Zivilschutzkonzept. Hamstern ist jetzt angesagt

Der Zeitpunkt ist entweder denkbar schlecht gewählt oder brilliant durchdacht.

Die Bundesregierung überarbeitet derzeit das Zivilschutzkonzept. Abgeschlossen ist der Vorgang noch nicht. Doch letztlich läuft es, mehreren Medien zufolge, darauf hinaus, dass der Bundesbürger sich wieder mit Vorräten, Wasser und Medikamenten eindecken sollte.

Je nach Bericht und Intention des Autors beträgt die wünschenswerte Zeit, die zukünftig jeder Bundesbürger für sich selbst sorgen soll, zwischen 10-14 Tagen. Auch die Bevorratungsliste ist noch nicht endgültig klar. Sicher ist jedoch, dass es sich nicht um regionale Tipps zu Hochwasser oder Lawinen handelt, sondern Bundesweit gilt.

Ein Schelm ist, wer Böses denkt. Nach der Veröffentlichung wurde bekannt, dass an der Umstellung immerhin seit 2012 gearbeitet wird. Trotzdem darf die Frage aufkommen, warum genau jetzt in Zeiten von Wut und Frustration auf Bundesregierung und Flüchtlinge, auf Erdogan und US-Wahlen ein solches Papier veröffentlicht und beraten wird.

Die Krux daran: Entweder haben einige Beamte versäumt, das Thema in etwas ruhigeren Gezeiten auf den Tisch zu legen. Oder unserer Bundesregierung ist plötzlich klar geworden, wie bedroht die Bevölkerung wirklich ist. So oder so wirkt es als Begleiterscheinung der derzeitigen politischen Lage in und um Deutschland nicht wirklich beruhigend. Ein Teil dieser Informationen könnten den Bundesbürger verunsichern. Eh, da war doch was…

Zusätzliche Verunsicherung erfährt der informierte Bürger dann dadurch, dass urplötzlich die allgemeine Wehrpflicht wieder durchgespielt wird (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zivilschutzkonzept-spielt-aktivierung-der-wehrpflicht-durch-a-1108991.html) .

Die Planspiele „Was wäre wenn“ hinsichtlich eines möglichen Zusammenbruchs des Finanzsystems, der Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge aus der Türkei bei Scheitern des Türkei-EU-Paktes, aber auch eine potentielle Bedrohung durch Russland beim Einfallen in NATO-Mitgliedsstaaten, kann jeder für sich selbst durchdenken. Ein weiteres Szenario hält ebenfalls einiges an Überraschung parat: Sollte Trump in den USA gewählt werden, wird die Welt definitiv nicht sicherer.So mag jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie ernst er die Meldungen nimmt. Ich habe für mich entschieden, mich vorzubereiten. Lieber hamstern im Guten als Hungern in der Not.

Einfach mal nett sein: Dankeschön an Polizei und Bundeswehr

Der Ruf von Polizei und Bundeswehr hierzulande hat in den letzten Jahren gelitten. Das Fehlverhalten einzelner Beamte sorgte in der desorientierten Öffentlichkeit für eine zunehmende Ablehnung der Polizei. Die Bundeswehr indes kämpfte (und kämpft) in der Vergangenheit mit dem Image des blutrünstigen Soldaten, der so manchem Politiker als „Mörder“ daherkommt.

In Zeiten des Terrors auf der Welt und zunehmender Bedrohungsszenarien müsste sich doch etwas bewegen. Der mündige Bürger müsste doch erkennen, dass Polizei und Bundeswehr auf der guten, richtigen Seite des Lebens stehen. Sollte man meinen.

Die Anschläge in Ansbach, der Amoklauf in München lasse politische Rufe nach mehr Polizei aufkommen. Mehr Sicherheit. Mehr Schutz. Selbst die Bundeswehr soll eventuell im Inland eingesetzt werden.

Was nicht gesagt und ausgesprochen wird, sind die Fakten hierzu. In nahezu allen Bundesländern wurden in den letzten 20 Jahren die Polizisten regelrecht zusammengeschrumpft. (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/516101/umfrage/polizisten-in-deutschland-nach-bundeslaendern/)

Lassen wir die drei Städte weg, die gleichzeitig Bundesland sind (Berlin, Hamburg, Bremen), so kommen lediglich Nordrhein-Westfalen und das Saarland auf eine befriedigende Abdeckung von einem Polizeibeamten je km². Vernichtende Ergebnisse für Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (0,3 Beamte), Hessen, Bayern und Sachsen immerhin mit 0,6 bzw. 0,7.  Wir werden den Zuwachs an Sicherheit im Inland also daran zu bewerten haben, ob die Anzahl an Beamten pro km² in den nächsten Jahren steigt. Die Qualität der Ausbildung ist sicherlich ein weiterer Faktor, doch dieser lässt sich schlecht messen.

Die Bundeswehr unterliegt seit einigen Jahren einer starken Umstrukturierung. Insbesondere der Weg hin zu einer Freiwilligen-Armee ist auf jeden Fall zu begrüßen. Die Krux daran jedoch ist, dass von einigen Parteien und vielen Medien derart heftig auf die Bundeswehr eingedroschen wurde (und wird), dass immer noch ein starker Personalmangel vorhanden ist. Zusätzlich belastet die Bundeswehr sicherlich die Zunahme an Einsätzen im Ausland. Und hilfreich sind dann auch nicht Sprüche wie „Soldaten sind Mörder“. Die Erwartungshaltung der Politik und der Medien ist immens. Der gemeine Soldat hat gut gerüstet und bestens vorbereitet in die Auslandseinsätze zu ziehen, in die die Politik ihn schickt. Ungenannt bleibt auch hier, dass bei steigenden Herausforderungen der Etat der Bundeswehr nicht signifikant erhöht wurde. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsetat) Während viele Staaten  ihrer Ausgaben für das Militär um bis zu 170 % erhöht haben, dümpelt unser Militär mit einem sanften Zuwachs von 3,8% (Zeitraum 2004-2013) vor sich hin. Und kassiert noch öffentliche Schelte für vermeintlich nicht funktionierende Gewehre oder nicht einsatzbereite Helicopter. Bezüglich der Finanzen hat der Bund unter Verteidigungsministerin Frau von der Leyen Besserung in Aussicht gestellt. Weswegen ist das Image der Bundeswehr dann angeschlagen? Ich meine, dass dies an der allgemeinen Wahrnehmung der Öffentlichkeit liegt. Es ist heute in vieler Augen politisch korrekter, diplomatisch zu verhandeln und nicht gerne gesehen, nebenbei die Waffe auf den Tisch zu legen und bestimmte Rechte einzufordern. Ob es sich dabei um Menschenrechte oder globale oder nationale Interessen handelt, interessiert den deutschen Bürger nicht. Dem wäre es am liebsten, den deutschen Soldaten lediglich bei Flutkatastrophen und Hilfslieferungen zu sehen. Unterstrichen wird dies durch so manche linksorientierte Partei und deren Aussagen. Doch immer mehr ist weltpolitisch festzustellen, dass die Diplomatie nicht immer funktioniert. Oder eben nicht so, wie man es gerne hätte. Russland bleibt in der Ukraine. Der syrische Machthaber tritt nicht zurück, nur weil die EU und die USA es gerne so hätten. Verbunden damit sind unterschiedliche Interessen, und teilweise ein rücksichtsloses Vorgehen gegen Menschenrechte. Tatsache ist sicherlich auch, dass ein politischer Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann. Jedenfalls nicht von der EU oder Deutschland. Tatsache ist aber auch, dass man international und national besser damit fährt, die strategische Wichtigkeit und Bedeutung des Militärs dem Bürger gegenüber positiv darzulegen. Denn wer Wertschätzung in seinem Beruf erhält, der wird den Job mit größerer Begeisterung ausführen. Natürlich gibt es sie da draußen, die Träumerle vom globalen Weltfrieden, von einem „wir brauchen keine Waffen“. Die Realität sieht jedoch anders aus. Heute mehr, denn je. Ein Grund mehr, unseren Polizisten und Soldaten mit Freundlichkeit zu begegnen. Warum nicht mal ein „Hey, Danke für den Job, den Sie machen!“ Immerhin sind es diese Männer und Frauen, die uns den Arsch freihalten, wenn der Terror an die Tür klopft. Daher von mir heute „Great job, Guys! Danke dafür!“